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Fernöstliche Begegnung: Auge in Auge mit dem Aikido-Meister

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Schon der erste Besuch von Betreuungskraft Manuela Schindzielors, die für Home Instead Naumburg/Saale Burgenlandkreis im Einsatz ist, bei ihren neuen Kunden machte einen nachhaltigen Eindruck. Ihre Kunden: das deutsch-japanische Ehepaar Watanabe. Der Ehemann, Noboyuki Watanabe Sensei, 89 Jahre alt, sprach kein Wort Deutsch – aber er hatte einen so durchdringenden Blick, dass sie dachte „Er liest deine Gedanken“. Die Eheleute verband eine ganz besondere Liebe, anders als man es hier in Europa kennt – viel tiefer und intensiver. Schon beim zweiten Einsatz der häuslichen Betreuung übte Manuela Schindzielors den japanischen Gruß „Konichiwa“ den ganzen Vormittag über. Als sie den Gruß dann erstmals vor Herrn Watanabe aussprechen wollte, hatte sie ihn prompt vergessen – was bei den Kunden für Heiterkeit sorgte.

Doch nicht nur in dieser Hinsicht war der Einsatz bei dem Paar bemerkenswert. Vor allem die Vergangenheit von Herrn Watanabe schien geheimnisvoll. Seine Frau erzählte, er sei ein Aikido-Meister. Toll, dachte sich die Betreuungskraft – aber was ist das eigentlich? Also durchforstete sie das Internet. Und fand folgendes heraus: Herr Watanabe war der letzte Schüler der japanischen Aikido-Legende Ueshiba Morihei, der als Gründer der Sportart gilt. Morihei hatte offenbar Schüler auf der ganzen Welt, wurde von Millionen geachtet und verehrt – „nur ich hatte keine Ahnung, wer da wöchentlich vor mir saß“, erinnert sich Manuela Schindzielors.

Aikido ist eine betont defensive japanische Kampfkunst, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts als entwickelt wurde. Dass ausgerechnet „ihr“ Kunde ein Meister dieser Kunst war, hätte sich die Betreuungskraft nicht träumen lassen – es war schon eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die sie Woche für Woche im Alltag begleitete. Tatsächlich waren beide Watanabes auf faszinierende Art besonders – Manuela Schindzielors glaubte so etwas wie die Ruhe und Kraft fernöstlicher Philosophien zu verspüren - eine innere Energie und ein ganzheitliches Bewusstsein, das Europäer immer wieder fasziniert.

Doch konnte auch das leider nicht verhindern, dass es eines Tages galt, Abschied zu nehmen. Manuela Schindzielors erinnert sich noch genau, wie Herr Watanabe beim letzten Treffen kraftlos am Tisch saß. Plötzlich zog er den Oberkörper nach oben, saß ganz gerade neben der Betreuungskraft und schaute ihr lange in die Augen. Dann verließ ihn die Kraft wieder. Für Manuela Schindzielors war augenblicklich klar: „In dem Moment wusste ich, er hat sich von mir verabschiedet.“  

Danach war sie für eine Woche im Urlaub, als sie die traurige Nachricht erreichte, dass Herr Watanabe verstorben war. Seine Frau richtete ihm zu Ehren eine Aufbahrungsfeier in der Wohnung aus. Hier konnten Freunde, Familie und auch viele Aikido-Schüler Abschied nehmen. Natürlich war auch Manuela Schindzielors eingeladen. „Es war das Wunderbarste, was ich jemals erleben durfte – es wurde gelacht, getrunken, gegessen, es wurden Erinnerungen erzählt, Fotos gemacht und vieles mehr“, erzählt sie. Die Gäste hatten insgesamt vier Stunden Zeit, am offenen Sarg Abschied zu nehmen.

Was Manuela Schindzielors bis heute beeindruckt: Sie hat erfahren, welche neuen Erfahrungen eine grenzüberschreitende Freundschaft – in diesem Fall die deutsch-japanische – bringen kann. „Es ist eine andere Welt gewesen, voller Liebe, Respekt und Achtung. Ich bin dankbar, Teil des Ganzen gewesen sein zu dürfen – und danke vor allem auch Frau Watanabe, mit der ich seither befreundet bin“, so ihr Fazit.         

Immer wieder kommt es vor, dass unter den Kundinnen und Kunden außergewöhnliche Persönlichkeiten sind – und es zu außergewöhnlichen Begegnungen kommt. Auch solche Erfahrungen sind es, die den Betreuungsalltag einfach persönlicher machen.